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Verwässertes

Verwässertes

Schon die Gmünder Tagespost lag am 9. August 2010 auf der Titelseite mächtig daneben, als sie in der Unterschrift zum dpa-Titelbild vom überfluteten „Dorf Ostritz“ schrieb. Ein Klick bei Wikipedia hätte genügt, um zu wissen, dass Ostritz zwar eine sächsische Landstadt ist, aber keinesfalls ein Dorf. Sogar ein Stadtwappen gibt es.

Noch einen drauf gesetzt hat die Rems-Zeitung am gleichen Tag auf Seite 4. In dem Beitrag „Retten, was zu retten ist“ schreibt da ein Herr Lars Rischke – die zugehörige Landkarte total ignorierend – ganz neue Dinge über die Geographie der südlichen deutschen Neißeregion: „Starke Schäden gibt es außer in Görlitz auch im noch weiter östlich gelegenen Zittau im Dreiländereck zu Tschechien und Polen.“ Nanu, haben sich die Himmelsrichtungen verdreht? Denn in der erwähnten Landkarte sind die Orte richtig eingezeichnet. Als gestandener Journalist und Mitglied der Landespressekonferenz Sachsen e.V. sollte Herr Rischke etwas sorgfältiger mit diesen Dingen umgehen.

Ob auch die Zwischenüberschrift in dem RZ-Beitrag von ihm stammt, entzieht sich meiner Kenntnis. Abgesehen vom nicht lustigen Thema Hochwasser kann man sich ein Lächeln nicht verkneifen: „Das Nötigste wird in Plastiktüten gepackt, die die Menschen in Görlitz aus den Häusern schleppen“

Wir haben schon in der Schule gelernt, dass man mit solchen Satzkonstruktionen leicht auf die Nase fallen kann. Man stelle sich das bildlich vor: Die Görlitzer lassen sich von vollgepackten Plastiktüten aus den Häusern schleppen. Können sie nicht mehr selbst laufen? Ach ja, da war doch das Hochwasser, in welchem sie nasse Füße bekommen hätten… 😉

Nehmen wir es nicht tragisch. Vielleicht war es einfach nicht sein Tag. Lars Rischke kann besser schreiben. Sollte er auch, immerhin hat er ein AP Associated Press-Büro in Dresden. Bessere Beispiele hier und hier.

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