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Grillzeit

Wenn schon mal auf rund 500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel eine Temperatur von 30 °C herrscht, muss das ausgenutzt werden. Vor allem nach gefühlten zehn Jahren kalten und regnerischen Wetters. Der Elektrogrill hatte heute Urlaub und wurde vertreten durch einen mit richtigem Feuer – so dachten wir jedenfalls.

Auf der Verpackung liest sich alles ganz einfach, und nach 20 Minuten hätte das Grillgut bereits anfangen können, zu schmoren. Das mit Paraffin getränkte Papier (Brenneinlage), gut halb so groß wie die ganze Schale, brannte innerhalb von 40 Sekunden ab.

Anleitung

Anleitung

Grillanzünder

Grillanzünder

Nun hätte die Holzkohle nach der Theorie des Herstellers zu brennen anfangen müssen. Das hielt sie jedoch nicht für nötig, so dass wir sie nach und nach mit insgesamt sieben Schöpfkellen flüssigen Grillanzünders dazu nötigen mussten. Zwischendurch probierten wir noch zerkleinerten Feueranzünder aus, der aber auch nichts gegen die Unwilligkeit der Holzkohle ausrichten konnte. Aus den 20 Minuten wurden so 70, bevor wir endlich von einem Grillvorgang sprechen konnten. Da der Grillanzünder erheblich Ruß produziert hatte, kam noch eine Grillschale zum Einsatz. Die hindert natürlich die ohnehin schon geringe Wärmemenge daran, zum Grillgut zu gelangen. Trotz all dieser Hürden konnten unsere Mägen nach und nach dazu gebracht werden, den Gehirnen ein Sättigungsgefühl zu vermitteln. Fleisch und Würstchen haben vorzüglich geschmeckt. Letztere hatten wir kürzlich in einem neu eröffneten türkischen Supermarkt gekauft. Sie schmecken – im Wasserbad erhitzt – auch gut zu Linsen mit Spätzle.

Grillschale

Grillschale

Unverbrannte Holzkohle

Unverbrannte Holzkohle

Teilansicht der Verpackung

Teilansicht der Verpackung

Nach dem Grillen befanden sich in der Schale noch jede Menge unverbrannte Holzkohlestücken. Weiß der Geier, welches Rohholz im Holzkohlewerk Lüneburg verwendet wird. Aus solchem Holz stellt man am besten Sicherheitszündhölzer her – die brennen mit Sicherheit nicht. Oder hat der Hersteller einen Vertrag mit REWE, um die Verkaufsmengen von flüssigem Grillanzünder zu erhöhen? Dann sollte der aber gleich neben dem Einmal-Grill-Angebot präsentiert werden.

Fazit: Papier ist geduldig – es schreit nicht, wenn man Lügen darauf druckt. Wer sich für diesen Picknick-Grill entscheidet, sollte unbedingt eine Flasche Grillanzünder dazu kaufen und ein gut funktionierendes Feuerzeug mit langem Hals  dabei haben. Sonst wird das nichts mit dem gemütlichen Grillabend. Der Appetit muss noch nicht ausgereift sein, wenn man beginnt. Er kommt von allein, wenn sich das Grillgut endlich im Garungsstadium befindet.

Gut dass wir den Grill zu Hause ausprobiert haben – da holt man das nötige Zubehör einfach aus dem Keller. Unterwegs geht das nicht.

*) Es hat sich uns leider nicht erschlossen, warum der Picknick-Grill unter der Produktgruppe „Anzünder“ auf der Webseite des Herstellers zu finden ist.  🙁