Archiv der Kategorie: Weiße Liste

Die weiße Liste

Nix passiert

Diesen Ausdruck in Verbindung mit Tarif kennt wohl inzwischen jeder. Erfunden von einer bekannten Versicherungsfirma, wird er auch von einigen Wettbewerbern derselben als Schadensretter vermarktet. Man hat in Haftpflicht und/oder Kasko pro Jahr einen Schaden frei, erst beim zweiten wird man zurück gestuft. Damit hat der Titel dieses Beitrags jedoch nichts zu tun.

Seit vielen Jahren verschlechtern sich die Bedingungen in den Einrichtungen zur Pflege betagter Menschen. Immer weniger Personal muss für immer mehr Bewohner sorgen. Zwei, höchstens drei Pflegekräfte für dreißig Bewohner in der Spätschicht werden vom Betreiber eines Pflegeheimes in der ältesten Stauferstadt Süddeutschlands für normal gehalten. Zahllose weitere Informationen belegen, dass es im ganzen Land so oder ähnlich aussieht – von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Alle Betroffenen jammern oder schimpfen darüber. Fragt man, was sie dagegen tun wollen, kommt fast immer die Antwort, dass man ja sowieso nichts ändern kann. Eine mutige, engagierte Frau aus Leipzig beweist derzeit das Gegenteil. Sie arbeitet seit Monaten darauf hin, 50.000 Mitzeichner für eine Petition an den Bundestag zu finden. Durch Ihren Auftritt in einer MDR-Sendung kommt jetzt endlich Bewegung in die Sache. Täglich erhöht sich die Zahl derer, die bereit sind, sich für diese längst überfällige Aktion einzusetzen. Bis 15. Januar 2013 soll das Ziel erreicht werden. Wenn es weiter so gut läuft wie in diesen Tagen, dürfte es weniger lange dauern oder es kommen weit mehr Mitzeichner als nötig zusammen. Dann müssen sich die Politiker endlich mit dem brandheißen Thema befassen.

Wer jetzt noch kleinmütig sagt, er könne nichts bewegen, hat keine Ausrede mehr. Alle können etwas tun. Ob sie nun in der Altenpflege arbeiten oder in solch einer Einrichtung wohnen. Andere, die jetzt noch keiner Pflege bedürfen, können nicht wissen, ob oder wann sie in diese Lage kommen werden. Überlegt Euch ernsthaft, ob ihr liebevoll und fürsorglich betreut oder im Minutentakt abgefertigt werden möchtet. Steuert jetzt gegen den falschen Kurs der Politiker. Sonst seid ihr später die Dummen. Will das jemand wirklich? Auch die Jüngeren geht das Thema an. Denn zum Glück kann sich noch niemand die ewige Jugend pachten.

Wenn wir jetzt nichts tun, kommt es wie in der Überschrift formuliert:

NIX PASSIERT

Auch auf lange Sicht wird sich dann nichts ändern.

Die Webseite der Initiatorin Annett Kleischmantat findet ihr auf dieser Seite unter den Links: „Für Menschenwürde“.

Übrigens ist der nächste Schritt in die falsche Richtung schon in Arbeit. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, sollen die Pflegekräfte in Zukunft auch noch den Zahnstatus der ihnen anvertrauten Heimbewohner untersuchen und dokumentieren. Folge wird sein, dass noch weniger Zeit für persönliche Zuwendung zu den alten Leuten bleibt.

Hatten wir für die Zähne nicht mal Zahnärzte? Ach ja, die sind ja viel teurer als Pflegedienstmitarbeiter.

Die Bücherwurmgeschichte

Kaum zu glauben, aber wahr. Es gibt ihn noch. Was? Guten Kundendienst!

Vor acht Jahren suchte ich vor unserem Urlaub in Andalusien nach einem Rucksack. Einer mit einem Fach fürs Notebook musste es sein. Weil es nicht im Koffer mitfliegen sollte. Was, wenn der abhanden käme? Worauf hätte ich die digitalen Urlaubsfotos speichern sollen? 2003 kostete die 1-GB-Compactflash-Speicherkarte noch um die 400 Euro. Mehr als eine war da nicht drin. Also musste das Notebook direkt mit mir mitreisen.

Der Bücherwurm

Der Bücherwurm

Die Wahl fiel auf einen „Bookworm“ von EASTPAK in der Farbe „nightmare“ (dunkelblau). Genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Sehr geräumig, mit vielen Fächern, gut auch zum Wandern. Ganz wichtig: Seine Abmessungen liegen innerhalb bestimmter Grenzen für Fluggepäck. Dazu 30 Jahre Garantie, unnormalen Verschleiß ausgeschlossen. Damit ließ sich das Notebook auch einen ganzen Tag lang durch Granada schleppen, als wir auf der Fahrt ins nächste Quartier Zwischenstation in dieser interessanten Stadt machten.

Erst vor etwa einem Jahr deutete sich an, dass ich versuchen müsste, die Garantie in Anspruch zu nehmen. Und nach unserem Urlaub auf Rhodos zeigte die Kante, die am stärksten am Rücken anliegt, argen Verschleiß. Im Januar fragte ich per Mail mit einem Foto von der verschlissenen Kante des Rückenpolsters beim Hersteller an, ob ich mit Reparatur oder Umtausch rechnen könnte. Wider alle Erwartungen fiel der Bescheid positiv aus. Die Reparatur würde etwa zwei bis drei Wochen dauern, teilte man mir sehr freundlich mit. Ich müsste nur das Porto für die Anlieferung übernehmen.

Bookworm vor

Bookworm vor...

Bookworm

...und nach der Reparatur

Also das Formular ausgefüllt, den Rucksack eingepackt und am 28. Januar abgeschickt. Es bestand keine Eile, jetzt im Winter hätte es auch vier Wochen dauern dürfen. Um so mehr überraschte es mich, als schon am 8. Februar – nach nur 1 ½ Wochen! – durch UPS ein schwarzer Beutel angeliefert wurde. Inhalt: Mein Rucksack, tadellos repariert durch Einsetzen eines Streifens aus einem mechanisch beständigen Material.

Ihr schwarzen Schafe in der Servicewüste Deutschland, nehmt euch ein Beispiel daran. EASTPAK zeigt euch, dass es besser geht. Deshalb ein großes Dankeschön an alle, die meinen Rucksack wieder voll einsatzfähig gemacht haben!

Baustelle 2010-06/2

Der Fensterbauer hat es geschafft – beziehungsweise seine beiden fleißigen Mitarbeiter. Ihnen sprechen wir hiermit in aller Öffentlichkeit Dank und Anerkennung aus und hoffen, dass auch der Chef weiß, was er an ihnen hat. Viele Stunden lang haben sie geschuftet und Unmengen kleiner Probleme gelöst. Größere gab es angeblich keine. Nur der Fenstersturz bestand wohl aus sehr hartem Beton. Gut für uns, schlecht für die Bohrer.

p1350371So sieht er nun aus, der neue Rollladen. Das Programmieren der beiden Somfy Oximo-RTS-Antriebe in Eigenleistung ging erwartungsgemäß nicht reibungslos vonstatten. Deshalb lehnt es auch der Fensterbauer unseres Vertrauens ab, diese Motoren anzubieten – zu Recht, wie ich finde. Sie werden nur auf Kundenwunsch eingebaut. Und da bei uns schon alles mit diesem ansonsten recht flexiblen Steuerungssystem läuft – und das schon jahrelang – wollten wir trotz der erwarteten Problemchen dabei bleiben. Die mitgelieferte Anleitung zur Inbetriebnahme ist ziemlich umständlich verfasst. Aber das allwissende Internet bietet ja die Möglichkeit, eine von klugen Köpfen erarbeitete Alternative zu finden. Mit einer solchen in übersichtlicher Form gelang dann auch die Programmierung beider Antriebe.

Der Pfusch, den die Firma Zenn Bauelemente vor vier Jahren hinterlassen hat, ist endlich beseitigt. Auch das Fenster selbst wackelt nun keinen Millimeter mehr hin und her. Die offene Verbindung zwischen Außen- und Innenluft gehört der Vergangenheit an, so dass wir uns fast auf den Winter freuen möchten. Dazu sollte aber erst mal ein richtiger Sommer kommen. Müssen wir wieder nach Berlin? Zu Hadad, dem grimmig dreinschauenden Wettergott im Pergamonmuseum? Es sollte auch ohne ihn gehen, wo er doch so weit weg ist…

Was kommt als nächstes? Die wärmeisolierende Verkleidung von Decke und Fenstersturz im Esszimmer, da wo sich bisher der alte Rolladenkasten befand.  Aber dieses Projekt lassen wir gemächlich angehen. Hauptsache, es wird bis zum Einbruch der kalten Jahreszeit fertig.

Baustelle-2010-06/1

Morgen soll es losgehen. Das Auswechseln der vier Jahre alten Innenkasten-Rollläden gegen neue, von außen befestigte. Warum tun wir uns das an? Weil damals ein Fensterbauer so dilettantisch gearbeitet hat, dass bereits jetzt der kleinere Rollladen den Geist aufgab. Man hatte einfach die Einlauftrichter, die für reibungsarmen, stabilen Lauf der Rollladenpanzer sorgen sollen, größtenteils entfernt. Die gesamte Fensterkonstruktion ist so wackelig, dass man Angst hat, die Rollläden automatisch auf und zu fahren zu lassen. Vor allem kriegt man den Kasten, der zugegeben schon in der Bauzeit des Hauses total verpfuscht eingebaut wurde, nicht ausreichend luftdicht. Deshalb erscheint  der Beitrag auf der „Schwarzen Liste“.

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Nun soll der Fensterbauer unseres Vertrauens – ein anderer natürlich – die Sache richten. Auf den Fensterrahmen kommt eine größere „Aufdopplung“, die bis zum Fenstersturz hinaufreicht. Innen wird an dieser noch ein kräftiger Leimholzbinder befestigt, der ebenfalls am Fenstersturz Halt findet und mit dieser Konstruktion das gesamte Fenster. Außen kommen dann die neuen Rollläden dran und innen eine wärmeisolierende Verkleidung. Dann sollte das Ganze dicht sein und dauerhaft funktionieren.

p1350338_0Lassen wir uns überraschen, was der morgige Tag bringt. Wird es der Fensterbauer schaffen, das angestrebte Ziel zu erreichen? Wir sind zuversichtlich, schließlich hat er bereits zwei andere größere Objekte zu unserer Zufriedenheit gemeistert. Deshalb erscheint  der Beitrag gleichzeitig auf der „Weißen Liste“.

Übrigens, wer eine Verwendung für die noch gut erhaltenen ausgeschäumten Alu-Rollladenpanzer hat, darf sich gerne bei uns melden.

Der Komfort-Keller

Es  begann schon 2009. Das Tätigkeitsfeld Wohnzimmerneugestaltung stand nicht mehr zur Verfügung – Arbeitslosigkeit drohte. Ein neues Vorhaben musste her. Viel gab es nicht zu überlegen. Denn im Keller warteten seit fast fünfzehn Jahren unsere alten Küchenmöbel. Frau Maier, unsere Vermieterin in einem Stadtteil von Schwäbisch Gmünd, hatte sie bei unserem Auszug Mitte 1995 nicht haben wollen. Auch nicht zum fairen halben Neupreis, nach gerade einmal 5 Jahren Gebrauch. Zwei weitere potentielle Nutzer lehnten auch ab. So fassten wir den Entschluss, die Teile als großes U in den Keller einzubauen. Dazu musste dieser aber erst einmal geleert werden. Und dann waren da noch 2 Wände, roh und rissig verputzt.

Unser Vorgänger hatte ein extrem starkes Bedürfnis, Flächen mit Kellenputz aller Art (jeder, der sowas schon einmal  streichen musste, reißt die Arme hoch und stöhnt gequält) zu ver(un)zieren. Die Kellerdecke hat er noch geschafft, in bester Tropfsteinoptik. Bei jeder Berührung bröselte etwas von der (Un)Zierde ab und verteilte sich in den Haaren oder anderswo im Raum. Inzwischen sind die „Tropfsteine“ eingeebnet und der Keller ist einige Zentimeter höher. Die 2 Wände übergaben wir im März dem Stukkateur unseres Vertrauens, damit er sie glatt verputzt. Nun ist es eine Wohltat, die Flächen anzusehen. Fast zu schade, um Möbel an ihnen aufzustellen oder daran zu hängen. Aber es musste sein. Der Kellerinhalt konnte nicht ewig irgendwo ausgelagert bleiben. Nach inzwischen 2 Monaten immer mal wieder herumwerkeln, inklusive einer arbeitsamen Urlaubswoche, geht das Vorhaben der Vollendung entgegen.

Mal sehen, was uns danach einfällt. Etwas ist schon in Sicht: Außenrollläden am Terrassenfenster. Das ist dann eine neue Geschichte, in der der Fensterbauer unseres Vertrauens vorkommt. Eventuell muss danach auch der Stukkateur nochmals ran.