Archiv der Kategorie: Erfindungen

Eierbecher für quer liegende Eier

Mindestens seit Ende der 1970er Jahre habe ich ihn gesucht. In allen einschlägigen Geschäften, überall, wo wir im Urlaub oder aus anderen Gründen hingekommen sind. Vergeblich. Es gab ihn einfach nicht. Obwohl ich ihn sofort gekauft hätte. Steffy hat sich jedesmal geschämt für meine Fragerei in den Läden. Unzählige Male habe ich dem Verkaufspersonal erklärt, welche Vorteile die horizontale Lage von Eiern hat.

Laut einer alten „Anstands“regel soll das Ei vor dem Verzehren geköpft werden! Was ist daran anständig? Nichts, es ist brutal. Eine Methode, die nur von Barbaren erfunden worden sein kann. Viel besser ist es doch, das liegende Ei sanft an der Seite mit einem geeigneten Gegenstand zu beklopfen und ein größeres ovales Loch aus der Schale zu brechen. Oft erkennt man dann schon, in welcher Lage sich das mehr oder weniger hart gekochte Eigelb befindet und kann ganz sacht darauf hin arbeiten, dass man bis zum seligen Ende des Hühnerprodukts immer Eiweiß und Eigelb zusammen auf dem Löffel hat. Beim stehenden Ei kommt es dagegen häufig vor, dass das Eigelb ganz oben liegt und am Schluss hat man nur noch Eiweiß auf dem Löffel. Nicht umsonst hat der Volksmund den Begriff „das Gelbe vom Ei“ geprägt. Also probiert doch die Methode einfach mal aus.

p1320337 p1320338 p1320339

Seit 2001 gibt es ihn endlich offiziell, den Eierbecher für quer liegende Eier. Der Leipziger Maler und Grafiker Professor Rainer Schade hat ihn zum Patent angemeldet. Hergestellt wird er in verschiedensten Ausführungen von der Töpferei Gundula Müller in 04655 Kohren-Sahlis. Zwei Nachteile dieses Modells müssen jedoch  erwähnt werden. Die Eiaufnahme ist nicht optimal geformt und der Fuß ist erheblich zu klein. Große Eier bringen das gute Stück recht schnell zum Umkippen, wenn man nicht aufpasst.

Ein bisschen traurig hat mich die Nachricht, die in zahlreichen Medien erschien, schon gemacht. Denn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war ich viel eher auf die Idee gekommen. Aber dann dachte ich, es ist besser, wenn ein so bekannter Künstler das lustige Patent inne hat, als wenn es überhaupt niemand angemeldet hätte. Denn dazu muss man eine Menge Geld in die Hand nehmen, sogar über viele Jahre, wenn man seine Ansprüche nicht verlieren will.

p1320342 In der Zeit vor dem speziellen Eierbecher habe ich mir mit den Erzeugnissen eines bekannten Herstellers von Kunststoffgegenständen beholfen. Die sind zwar auch nicht optimal, nehmen das Ei in Querlage aber mindestens so gut auf wie die aus Keramik und stehen wesentlich sicherer. Durch ihre Form können sie paarweise ein Ei vor zu schnellem Temperaturverlust schützen. Auf den Webseiten des Herstellers sind sie leider nicht zu finden.

p1320344 p1320345 Sehr gut geeignet sind auch diese von einer Firma in Baden-Württemberg speziell für mich gefertigten Teile aus Edelstahl. Hergestellt mittels modernster Lasertechnik, verrichten sie im Wechsel mit den anderen Modellen schon viele Jahre lang ihren Dienst. Ihr Umkippen ist nahezu ausgeschlossen. Es sind – bisher – weltweit nur vier Stück vorhanden.

Drei weitere Versionen, entworfen von einem Medienkünstler, existieren als Prototypen. Sie sind hier zu finden. Sie bestechen durch die Möglichkeit, zwei Längs-Eihälften nebeneinander zu legen.

Fazit:

  1. Sein Patent werde ich Professor Schade keinesfalls streitig machen. Dazu ist das Thema erstens zu unernst und außerdem schätze ich ihn seit mehreren Jahrzehnten wegen seiner humorvollen, künstlerischen Beiträge im Eulenspiegel viel zu sehr.
  2. Ein gewaltiger Trost ist es, dass ich nicht mehr allein auf der Welt so verrückt bin, quer liegende Frühstückseier essen zu wollen.
  3. Wer es noch nicht versucht hat, sollte es wenigstens probieren.

Die Heimwerkerbank

An dieser Stelle ist nicht die Rede von der Bank, die dem Heimwerker Geld leihen könnte. Auch nicht von der, auf der er sich der nach dem Vollbringen großer Taten ausruht. Er braucht diese Bank, um darauf große oder mitunter nur kleinen Taten zu vollbringen. Denn gutes Werkzeug ist die halbe Arbeit.

Einst stand für den Aufbau der Werkbank nur eine uralte Hartfaserplatte zur Verfügung. Auf 2 große Kisten  montiert, leistete sie gute Dienste. Auf ihr befanden sich ein Bohrständer mit Schlagbohrmaschine und ein großer Schraubstock. Vor 4 Jahren waren dann die damals 24 Jahre alten Küchenmöbel unseres Vorgängers übrig. Einige Schränke wanderten in die Garage, einige in den Keller, die Unterteile samt Arbeitsplatten ebenfalls. Zwei fast 1,8 Meter lange Arbeitstische wurden daraus zusammengeschraubt. Sie standen sich mit ihren Frontseiten gegenüber. Das war nicht immer optimal. Die Umgestaltung des Kellers bot nun Gelegenheit, Nägel mit Köpfen zu machen.

Die Heimwerkerbank

Rastvorrichtung

Die beiden Teile mit den Rückseiten aneinander gestellt, ergibt sich eine Arbeitsfläche von gut 2 m². Damit lässt sich schon etwas anfangen. Auf einem zusätzlichen Stück Arbeitsplatte mit darunter geklebten Filzgleitern befinden sich Schraubstock und Bohrmaschine. Damit die  Platte nicht ständig verrutscht, hat sie an der hinteren Kante vier 8-mm-Dübel. Diese rasten in Löcher ein, die sich in gleichmäßigen Abständen im Trennbrett zwischen den Hauptarbeitsplatten befinden. So lässt sich diese kleine Platte an beliebiger Stelle auf jeder der Hauptplatten einrasten. Sehr praktisch, wenn längere Werkstücke bearbeitet werden müssen (das Einrasten lässt sich auch auf andere Weise realisieren, die verwendeten Möbeldübel sind nur ein Beispiel).  Über dem Ganzen geben Halogenstrahler und Leuchtstofflampe jede Menge Licht ab, falls durch das Fenster nicht genug hereinkommt. Die Unterschränke bieten reichlich Stauraum für Werkzeug und Material.

Falls industrielle Hersteller von Heimwerkerbänken nun entdecken, dass sie bisher am Bedarf vorbei produziert haben, dürfen sie gerne anfragen, ob ich die Erlaubnis zur Nutzung meiner Ideen erteile.