Archiv für den Monat: Mai 2010

Urlaub = Regen

So ist das eben bei uns. Wenn wir Urlaub haben, regnet es. Heute nur einmal. Immer. So konnten wir uns erst mal günstige Fahrkarten besorgen und einkaufen gehen.

In Köpenick haben wir die Altstadt erkundet und den berühmten Hauptmann besucht.

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Im Kellerrestaurant des imposanten Rathauses gibt es so ausgefallene Gerichte wie Kräuterquark mit Leinöl und Dampfkartoffeln (6,50 €).

Leider ist in der Köpenicker Stadtkasse seit dem legendären Streich jenes Schuhmachers immer noch so wenig Geld, dass man die Türen des Tresors weit offen stehen lassen kann.

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Den Enten auf der Schlossinsel war das Wetter ebenso zuwider wie uns. Jedoch können sie einfach den Schnabel in die Federn stecken und den Tag verträumen. Wir haben noch viele weitere gefiederte Wesen gesichtet, die wir aber den geehrten Lesern dieser Zeilen nicht mehr zumuten wollen.

Eierbecher für quer liegende Eier

Mindestens seit Ende der 1970er Jahre habe ich ihn gesucht. In allen einschlägigen Geschäften, überall, wo wir im Urlaub oder aus anderen Gründen hingekommen sind. Vergeblich. Es gab ihn einfach nicht. Obwohl ich ihn sofort gekauft hätte. Steffy hat sich jedesmal geschämt für meine Fragerei in den Läden. Unzählige Male habe ich dem Verkaufspersonal erklärt, welche Vorteile die horizontale Lage von Eiern hat.

Laut einer alten „Anstands“regel soll das Ei vor dem Verzehren geköpft werden! Was ist daran anständig? Nichts, es ist brutal. Eine Methode, die nur von Barbaren erfunden worden sein kann. Viel besser ist es doch, das liegende Ei sanft an der Seite mit einem geeigneten Gegenstand zu beklopfen und ein größeres ovales Loch aus der Schale zu brechen. Oft erkennt man dann schon, in welcher Lage sich das mehr oder weniger hart gekochte Eigelb befindet und kann ganz sacht darauf hin arbeiten, dass man bis zum seligen Ende des Hühnerprodukts immer Eiweiß und Eigelb zusammen auf dem Löffel hat. Beim stehenden Ei kommt es dagegen häufig vor, dass das Eigelb ganz oben liegt und am Schluss hat man nur noch Eiweiß auf dem Löffel. Nicht umsonst hat der Volksmund den Begriff „das Gelbe vom Ei“ geprägt. Also probiert doch die Methode einfach mal aus.

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Seit 2001 gibt es ihn endlich offiziell, den Eierbecher für quer liegende Eier. Der Leipziger Maler und Grafiker Professor Rainer Schade hat ihn zum Patent angemeldet. Hergestellt wird er in verschiedensten Ausführungen von der Töpferei Gundula Müller in 04655 Kohren-Sahlis. Zwei Nachteile dieses Modells müssen jedoch  erwähnt werden. Die Eiaufnahme ist nicht optimal geformt und der Fuß ist erheblich zu klein. Große Eier bringen das gute Stück recht schnell zum Umkippen, wenn man nicht aufpasst.

Ein bisschen traurig hat mich die Nachricht, die in zahlreichen Medien erschien, schon gemacht. Denn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war ich viel eher auf die Idee gekommen. Aber dann dachte ich, es ist besser, wenn ein so bekannter Künstler das lustige Patent inne hat, als wenn es überhaupt niemand angemeldet hätte. Denn dazu muss man eine Menge Geld in die Hand nehmen, sogar über viele Jahre, wenn man seine Ansprüche nicht verlieren will.

p1320342 In der Zeit vor dem speziellen Eierbecher habe ich mir mit den Erzeugnissen eines bekannten Herstellers von Kunststoffgegenständen beholfen. Die sind zwar auch nicht optimal, nehmen das Ei in Querlage aber mindestens so gut auf wie die aus Keramik und stehen wesentlich sicherer. Durch ihre Form können sie paarweise ein Ei vor zu schnellem Temperaturverlust schützen. Auf den Webseiten des Herstellers sind sie leider nicht zu finden.

p1320344 p1320345 Sehr gut geeignet sind auch diese von einer Firma in Baden-Württemberg speziell für mich gefertigten Teile aus Edelstahl. Hergestellt mittels modernster Lasertechnik, verrichten sie im Wechsel mit den anderen Modellen schon viele Jahre lang ihren Dienst. Ihr Umkippen ist nahezu ausgeschlossen. Es sind – bisher – weltweit nur vier Stück vorhanden.

Drei weitere Versionen, entworfen von einem Medienkünstler, existieren als Prototypen. Sie sind hier zu finden. Sie bestechen durch die Möglichkeit, zwei Längs-Eihälften nebeneinander zu legen.

Fazit:

  1. Sein Patent werde ich Professor Schade keinesfalls streitig machen. Dazu ist das Thema erstens zu unernst und außerdem schätze ich ihn seit mehreren Jahrzehnten wegen seiner humorvollen, künstlerischen Beiträge im Eulenspiegel viel zu sehr.
  2. Ein gewaltiger Trost ist es, dass ich nicht mehr allein auf der Welt so verrückt bin, quer liegende Frühstückseier essen zu wollen.
  3. Wer es noch nicht versucht hat, sollte es wenigstens probieren.

Das astronomische Phänomen

Gestern fand es statt. Unerwartet und lang ersehnt. Kaum zu glauben, dass wir das noch erleben durften. Normalerweise tritt es häufiger auf als eine Mondfinsternis. Und viel häufiger als ein Urknall. Aber in diesem Jahr – erst recht in diesem Mai – und nach gefühlten 10 Jahren Regenwetter – konnten wir kaum noch damit rechnen.

Genau abschätzen: Das Ding der Woche

Sonntag Aktuell berichtete am 9. Mai 2010 auf Seite 16 über einen Golf-Laser-Entfernungsmesser. Schön, dass im Vorspann mit ein wenig Augenzwinkern gefragt wird: „Brauchen Sie das etwa?“Entfernungsmesser

Natürlich nicht. Auch wenn das Gerät „…messer“ heißt. Und fast so teuer ist wie eine bessere Digitalkamera. Da kann die Optik „voll mehrfachvergütet“ sein wie der Hersteller es will. Wie aber kommt der Autor (Kürzel OLM) dazu, das Erzeugnis schlechter zu machen, als dessen Name verheißt? Er (in der Annahme, dass es sich nicht um eine Frau handelt) schreibt: „Diese Golf-Laser-Entfernungsmesser sind in der Lage, die Entfernung […] genau abzuschätzen.“ Nanu, ein Messgerät zum Abschätzen?

Eine Messung – so  man sie richtig durchführt – liefert ein genaues Ergebnis. Zum Schätzen braucht man kein Messgerät, das geht auch so. Mehr zum Thema Schätzen finden wir bei Wikipedia.

Die Genauigkeit wird bei dem im Artikel genannten Händler übrigens mit „Präzision +/- 1 Meter“ angegeben, beim Hersteller mit „+/– 1 yard accuracy“. Auch hier hilft uns Wikipedia, diese Angaben besser zu beurteilen.

Weitere Fragen: Ist jemand, der Golf spielt, in der Lage, das Ding der Woche so ruhig zu halten, dass er auf bis zu 915 Meter Entfernung das Ziel anvisieren kann? Oder muss er auch noch ein Stativ für sein Schätzgerät in den Buggy packen? Und was ist bei Wind, der das Stativ zum Schwanken bringt?

Anmerkung: Die Verwendung der Kopie des Artikels wurde am 18. Mai 2010 freundlich genehmigt durch Herrn Ulrich Bethscheider-Kieser, Leitung Sonderthemen-Redaktion, Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH.